Klima, Kyoto und Johannesburg |
August - 2005 |
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Beim bisher größten UN-Meeting, dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg trafen sich Delegationen aus aller Welt, um unsere gemeinsame Zukunft zu besprechen. Nach der Hochwasserkatastrophe schauten auch viele in Österreich auf diesen Gipfel, da immer klarer wird, dass unsere Umwelt und das Klima ein wichtiges Überlebensgut ist. Aber wie schon beim Gipfel von Rio 1992, gibt es vor allem Enttäuschung. Nichts davon lässt auf echte Impulse für Verbesserungen bei Sozial- und Umweltproblemen hoffen. Auf den Straßen Johannesburgs hat sich dafür eine Entwicklung gezeigt, die echte Hoffnung für Afrika und die Welt erweckt. Selbstbewusste AfrikanerInnen, die bereit sind das System, das Afrika nur Elend gebracht hat, grundsätzlich zu verändern und eine gemeinsame Perspektive im Kampf gegen Umweltprobleme von Johannesburg bis Niederösterreich aufzeigen. Der Bock wird zum Gärtner Wenn wir zurückschauen auf die gepriesenen Gipfel der 90er, Rio und Kyoto, ist eines klar: Abkommen werden unterschrieben und dann im Zuge der Sachzwänge zwischen Profit und Budgetsanierung gemütlich vergessen. Diesem Prozess wird von sogenannten Interessensvertretern der Wirtschaft. nachgeholfen. Solange die Regierungen Wirtschaftsinteressen vertreten, wird keine Maßnahme, welche Profite angreift, umgesetzt werden. Dass die Krisen zu allererst bedingt sind von einem menschenfeindlichen System, das in Konkurrenzkämpfen nach immer steigenden Profiten drängt, ist kein Thema. Die Versprechen von Rio sind in dem Dokument Agenda 21 zusammengefasst. Diese deklarieren den Kampf gegen: Armut, Verschuldung der Dritten Welt, Krankheit, Klimawandel, etc. Seit demund das ist schon 10 Jahre herist der Durchschnitt an Entwicklungshilfe um ein Drittel gefallen, die Verschuldung der Dritten Welt ist um ein Drittel gewachsen, es gibt noch immer kein sauberes Trinkwasser für 1,2 Milliarden Menschen, Todesfälle durch Malaria sind um ein Viertel gestiegen, und Todesfälle durch AIDS um das Sechsfache. 1997 kamen in Kyoto konkrete Abkommen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen dazu. Sie sollten vorerst auf einen Wert von 10% unter dem Wert von 1990 gedrückt werden. Tatsächlich sind die Emissionen in den letzten 10 Jahren ständig gestiegen, um insgesamt 10%. In Österreich stiegen sie um 9% seit 1990. Ein historischer Moment Außerhalb des noblen Konferenzzentrums formierten Landlose und viele andere soziale Bewegungen, etwas für Afrika völlig Neues. Südafrikas Präsident, Thabo Mbeki und der ANC haben versucht, die sozialen Spannungen zu kaschieren, indem sie ein Globales Zivilgesellschaftsforum organisierten, und mit äußerster Polizeibrutalität auf DemonstrantInnen losschlugen. Dabei ist er aber kläglich gescheitert. Parick Bond, ein südafrikanischer Aktivist beschreibt die Geschehnisse so: Es war ein unglaublicher Tag, und mein Eindruck war der einem historischem Moment beizuwohnen. Klassen- und Community Kampf hat endlich physich die Autobahn überschritten, welche Sandton, Südafrikas reichstes Viertel von einem der ärmsten trennt. Nicht einmal Mitte der Achtziger, am Höhepunkt des Kampfs gegen Apartheid, hätte man sich vorstellen können, dass Leute von Alexander über die Autobahn in die Hochburg der Superreichen gehen könnten. Thabo Mbekis Veranstaltung in einem Stadion war mit 4000 beinahe leer, während draußen über 20.000 TeilnehmerInnen der Proteste vorüberzogen. Wie kämpferisch die Stimmung wurde, zeigt sich in einem Grundsatzpapier der Sozialen Bewegungen: »Der gemeinsame Kampf der Massen ist der einzige Weg! Bei unserem Marsch durch Alexander haben wir uns verpflichtet, für Veränderung in einem System zu kämpfen, das die Umwelt zerstört und die Verarmung der Mehrheit verursacht. Wir stellen fest, dass die Herrscher, dem Kapitalismus und neoliberaler Globalisierung verpflichtet, keine Veränderungen vollziehen werden, ohne dem Widerstand und dem Kampf der Massen. [...] Wir verpflichten uns gegen die neoliberale Globalisierung der Konzerne zu mobilisieren und zu kämpfen, gegen jede Erscheinung von Ausbeutung, Unterdrückung und Umweltzerstörung zu kämpfen und [...] uns sozialer Verbesserung und Gerechtigkeit auf der ganzen Welt zu widmen«. |
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