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Österreich | Rassismus | Rechtsextremismus | Islam
Brandanschlag auf Wohnheim für Zuwanderer - Naziterror in Floridsdorf Neonazis bei der Kundgebung in Floridsdorf am 18.Juni Neonazis verübten in der Nacht von Freitag, den 9. auf Samstag 10. Juli einen Brandanschlag auf ein Wohnheim für Zuwanderer am Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf. Kurz vor dem Brandanschlag alarmierten die Heimbewohner die Polizei. Diese erschien zwar, aber die Bewohner hatten nicht den Eindruck, dass die Polizei besonderes Interesse an der Ergreifung der Täter hatten. Inzwischen soll der Verfassungsschutz mit den Ermittlungen betraut worden sein. Im Zuge des Anschlags des Anschlags schmierten Nazi-Skinheads Parolen an die Wände des Heims und richten ihre Drohungen gegen türkische Heimbewohner: »Hier leben bald tote Tschuschen« (in dem Heim wohnen auch Zuwanderer aus den Bundesländern). Kaum waren die Beamten abgerückt, drangen die Neonazis wieder in das Gebäude ein und versuchten, es in Brand zu setzen. Der Rauch drang bis ins oberste Geschoss. Laut den Aussagen der Feuerwehr bestand Lebensgefahr, weil eine Flucht über den Flur unmöglich war. Die Gruppe Neonazis bezeichnet sich selbst als Hammerskinz und es könnte sich dabei um dieselben Leute handeln, die schon bei der islamfeindlichen Demonstration der »Bürgerinitiative« Rappgasse am 18.Juni aufgetaucht waren. Am 18. Juni wurden einige dieser Neonazis vorübergehend festgenommen. Ob wirklich ermittelt wird, ist nach wie vor fraglich. Auch das Verhalten der Polizei am Freitag sollte dringend untersucht werden, denn sie hätte nach dem Hilferuf der Heimbewohner zumindest das Gebäude schützen müssen. Noch am Dienstag sagten Heimbewohner, sie hätten nicht das Gefühl, dass sie inzwischen von der Polizei beschützt würden. Die Neonazis dürften sich das Wohnheim für Zuwanderer am Franz-Jonas-Platz bewusst ausgewählt haben. Denn es waren vor allem Jugendliche türkischer Herkunft, die sich ihnen am 18. Juni entgegengestellt haben, und die drohten, sie zu verprügeln. Hätte damals die Polizei die Neonazis nicht in Gewahrsam genommen, dann wäre es wohl auch dazu gekommen. Nach dem Brandanschlag auf ein Wohnheim für Asylwerber in Kärnten im Juni 2008, bei dem ein Asylwerber ums Leben kam und 19 verletzt wurden, ist das schon der zweite Brandanschlag, bei dem die Behörden eine mehr als zweifelhafte Rolle spielen. 2008 hat die Polizei, wie sich später herausgestellt hat, den wahren Sachverhalt vertuscht. Die Ermittler fanden heraus, dass Brandstifter mit Benzin am Werk waren; der Öffentlichkeit gegenüber sprachen sie von einer Zigarette als Brandursache. Gegen rechtsextreme Hooligans, die sich wegen der Fußball-EM in der Nähe befunden haben, wurde nur ungenügend ermittelt. Ähnlich »zurückhaltend« verhielten sich die Behörden nach dem Bombenanschlag auf ein muslimisches Gebetshaus in der Mariengasse in Wien-Hernals am 16. November 2005. Der Attentäter, der schon wegen Schüssen auf einen ausländischen Jugendlichen verurteilt war und der seine ausländerfeindliche Motivation vor Gericht eingestanden hatte, wurde nur wegen Sachbeschädigung verurteilt und erhielt dafür keine zusätzliche Strafe. Die Behörden mögen bestenfalls denken, es sei klüger, solche rassistischen Verbrechen zu vertuschen, um sie im Zaum zu halten. Aber das Gegenteil ist der Fall: Schonung der Täter ermutigt die Neonazis weiter zu gehen. Sie müssen zu dem Schluss gelangen, dass die Behörden auf ihrer Seite stehen, und nicht auf Seiten der Opfer. Die zunehmend islamfeindliche Stimmung und das Verhalten der österreichischen Justiz und Polizei bieten ihnen einen hervorragenden Nährboden für ihre rassistische Politik. Weiterführende Artikel:
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