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Juli/August - 2010    
       


© Christian Mairinger
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Der 18. Juni war ein schlechter Tag für Strache und seine Nazifreunde. Eine so genannte Bürgerinitiative marschierte gegen ein islamisches Kulturzentrum im 21. Bezirk und lud den FPÖ-Chef als Redner ein. Doch auf der anderen Seite versammelten sich fünfmal so viele Gegendemonstranten wie FPÖ-ler.

Diese Demonstration gegen die Rassisten war einer der größten antifaschistischen Erfolge der letzten Jahre. Viele muslimische Frauen und Männer und noch mehr Jugendliche, aber auch einfache Passanten, stießen auf die Kundgebung gegen Islamfeindlichkeit und blieben stundenlang, um die Demonstration zu unterstützen. Für viele war es die erste Demo ihres Lebens: Junge Mädchen mobilisierten spontan dutzende Kolleginnen aus der Schule ums Eck, Imame hielten ihre Gebete kürzer, sodass nach dem Freitagsgebet noch mehr Leute hinzu stoßen konnten, »weil es wichtig ist, dass wir mit unseren Freunden gegen die Rassisten protestieren!«.

Diese unkomplizierte Zusammenarbeit ihrer Gegner war eindeutig eine Niederlage für die FPÖ. Strache konnte seine Rede gar nicht schnell genug beenden und wieder von der Bühne verschwinden. Vor ihm tauchten (wie immer) Glatzen in unmissverständlichem Outfit auf. Das ist schlecht fürs Image und das kostet Stimmen. Am Ende kam es aber auch noch ganz dick für die jungen Neonazis. Sie wurden von antifaschistischen Demonstranten am Franz-Jonas-Platz »gestellt« und um ein Haar wären sie von kämpferischen jungen Türken und Türkinnen verprügelt worden. Schließlich musste die Polizei eingreifen und den Platz von Rechten räumen. Einige Nazis wurden sogar verhaftet.

Was Teilnehmer und Teilnehmerinnen sagten:



Leni:

«Mir ist es wichtig, heute da zu sein, weil ich sehr gefährlich finde, wie die FPÖ versucht, über so genannte Bürgerinitiativen Rassismus salonfähig zu machen. Der Wahlkampf wird auf Migranten und Muslime zugespitzt. Da ist es wichtig, dass linke Antworten präsent sind.«

Mabrouka:

«Ich bin hier, um mich gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit zu stellen.«

Achmed:


»Ich finde es nicht richtig, dass immer der Islam angegriffen wird.«

Petra

:
»Weil zur Integration Freiheit dazu gehört, auch die Freiheit, ein Kulturzentrum zu haben.«

Markus:


»Ich bin hier auf der Demo um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Wir zeigen der FPÖ, dass wir besser organisiert sind und ihnen in den Arsch treten.«

Salvador:


»Ich bin hier, um Rassismus und Islamfeindlichkeit zu konfrontieren. In Europa muss Platz für Vielfalt sein!«

Mina, Nicole, Tiko:


»Wir sind gegen Strache, weil er alle Ausländer schlecht macht.«

Ramin:


»Wir erleben im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise eine islamfeindliche Atmosphäre und Zulauf zu so genannten Bürgerinitiativen. Es ist notwendig solchen Kräften offensiv auch auf der Straße zu begegnen, ihnen den Raum nicht zu überlassen.«



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