|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
|||||||||
|
|||||||||
|
Wirtschaft | Umwelt
Juni - 2010 © (flickr.com) Ende April 2010. Irgendwo im Golf von Mexiko. Eine Bohrinsel, auf der 120 Männer im Auftrag des Mineralölkonzerns BP nach Öl suchen, explodiert. Elf Menschen sterben, Öl fließt ins Meer. Die Welt erlebt eine der verheerendsten Ölkatastrophen. Die Verantwortung dafür trägt unter anderem der Vorstandschef von BP, Tony Hayward. 2007 ist er als BP-Chef angetreten, um das angekratzte Image eines Konzerns aufzubessern. Nicht ohne Grund, denn 2005 starben bei einer Explosion in einer BP-Raffinerie 15 Menschen und 2006 liefen durch eine durchgerostete BP-Pipeline in Alaska Tausende Liter Öl aus. Sich selbst positionierte Hayward daher als »Sicherheitsfanatiker«. Doch die aktuelle Katastrophe zeigt, dass es damit nicht weit her ist. Viel zu sehr stehen wirtschaftliche Interessen vor denen der Menschen und der Umwelt im Vordergrund. BP hat unter Hayward überhaupt keine Prävention für den Notfall geschaffen. Alles, was jetzt als Lösung verkauft wird, geschieht nach dem Motto: »Probieren wir´s mal«. Der »Deckel« über dem Loch, der nicht hält; das ins Meer gesprühte Waschmittel, das das Öl binden soll und möglicherweise ebenso giftig ist wie das Öl selbst; der Nachschubmangel an schwimmenden Barrieren, die das Öl an der Oberfläche zurückhalten sollen – all das sind Experimente an unserem Planeten. Die neoliberale Fratze zeigt sich in solchen Situationen einmal mehr. Der Staat übt keinerlei Kontrollfunktion aus. Es gibt kaum Auflagen und die Haftung ist ebenso unklar. Dass der Konzern jemals Schadensersatz zahlen wird, darf im Rückblick auf die nunmehr zweitgrößte Umweltkatastrophe, den Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989, bezweifelt werden. Die Prozesse zogen sich über 20 Jahre und schließlich musste nur ein Zehntel der 5 Milliarden Dollar ausbezahlt werden. BP könnte sich es sich aber jederzeit leisten den entstandenen Schaden (das was der Umwelt angetan wurde, ist nicht gutzumachen) zu bezahlen. Allein im ersten Quartal 2010 scheffelte Hayward einen Gewinn von 5,65 Milliarden. Bei einem geschätzten Schaden von 20 Milliarden Dollar bedeutet das, nur den Gewinn von 2010 abzuschreiben. Konzerne wie BP machen deutlich, um was sich unsere kapitalistische Welt dreht: Profite! Das Schicksal von Mensch und Umwelt nach dieser Katastrophe interessiert zumindest Tony Hayward nicht. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführender Artikel:
|
|
||||||||