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Krieg | Geschichte | Revolution

Juni - 2010    
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Napoléons Befreiung "von Oben" hielt nur kurz

Mit der Entmachtung und Hinrichtung der Jakobiner um Robespierre im Juli 1794 und der Niederschlagung der letzten Armenaufstände im April und Mai 1795 war die Französische Revolution zu Ende. Adelige Emigranten kehrten in Scharen nach Frankreich zurück und hofften darauf, dass die alte Monarchie bald wieder Realität sein werde. Unter ihnen war Ludwig der Achtzehnte, der seinen Anspruch auf den Thron publik machte.

Die Royalisten waren wieder auf dem Vormarsch, sodass die neuen Machthaber aus Angst vor einer blutigen monarchischen Restauration einer konzentrierten Macht in den Händen eines Direktoriums zustimmten, bestehend aus nur fünf Männern. Einer davon war Napoléon Bonaparte, der in weiterer Folge immer mehr Macht erhielt, ab 1799 quasi-diktatorische Macht. 1804 ließ er sich selbst zum Kaiser Napoléon I. krönen.

Errungenschaften der Revolution



Die Revolution war 1794 zu Ende, aber viele Errungenschaften waren geblieben. Napoléons Regime baute auf vielen dieser Veränderungen auf: das Ende feudaler Strukturen, das Entstehen einer unabhängigen Bauernschaft, Verbot der Sklaverei, Trennung von Staat und Kirche, Einführung demokratischer Grundrechte sowie die Veränderung der Basis aller Regierungspolitik, die nun im Lichte bürgerlicher Ziele anstelle von dynastischen oder aristokratischen stand.

Nachdem Armeen der alten europäischen Monarchien an den Grenzen Frankreichs stationiert wurden und eine Invasion drohte, kam es bereits ab 1792 zur Proklamation des revolutionären Befreiungskrieges gegen die alten Monarchien Europas. Die Nachricht über die Revolution fand überall dort ihr Echo, wo die Ideen der Aufklärung die Menschen beeinflusst hatten und gleichzeitig keine bürgerliche Revolution stattfand. In den Memoiren der deutschen Philosophen Hegel, Kant und Fichte, des Komponisten Beethoven, bei Goethe und vielen anderen kann man diese Faszinationskraft nachlesen.

Befreiung von oben



Dieser Enthusiasmus spiegelte sich auch in der Gründung diverser lokaler »Jakobiner«-Truppen wieder. Wo Truppen der französischen Armee vorrückten, kamen ihnen lokalen Kräfte zur Hilfe. Diese Unterstützer waren Leute aus der Mittelklasse und andere Gegner der Monarchie. Das Problem des Befreiungskrieges war, dass die fortschrittlichen Reformen, die dabei ins restliche Europa exportiert werden sollten, in den eroberten Gebieten von oben installiert wurden. Bereits Robespierre hatte davor gewarnt, dass die Menschen der anderen Länder die ausländischen Invasoren nicht willkommen heißen würden – egal unter welchen Vorzeichen. Er sollte Recht behalten.

Ohne die Massenaktivität von unten – wie sie für die Französische Revolution charakteristisch war – blieb Napoléon die Unterstützung der einfachen Menschen in den eroberten Gebieten versagt. Die Bauern und urbanen Unterschichten hatten keine unmittelbaren Vorteile von der französischen Okkupation, denn die Zahlungen an Frankreich kosteten sie ähnlich viel wie die Zahlungen an die alten Feudalherren. Was als Krieg zur Verteidigung der Revolution begann, endete bald in einem imperialen Eroberungsfeldzug.

Niederlage



Napoléon annektierte Gebiete, ersetzte demokratische Versammlungen durch Monarchien und verschaffte seinen Brüdern Königsposten in Italien, den Niederlanden und Spanien. Napoléons Niederlage 1814/15 erlaubte es den alten Herrschern Europas in das alte Muster des »ancién régime« zurück zu fallen. Es folgte eine Phase der Repression und der reaktionären Konsolidierung Europas, die 1830 und 1848 wieder zu revolutionärer Aktivität führen sollte

von Daniel Harrasser

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