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Mai - 2010 Die Probleme der FPÖ: Wie offen soll man den Faschismus zur Schau tragen? © raketa.at (Lutz)
Die FPÖ ist weitaus gefährlicher als eine bloß rechtsextreme Partei! FPÖ Politiker haben gelernt sich in Interviews nicht mehr lauthals zu Faschismus zu bekennen. Die Partei darf zu Wahlen antreten und eine Fraktion im Parlament stellen. FPÖ Obmann Strache bekommt unerträglich viel Redezeit im TV und anderen Medien. Selbst die Gewerkschaft lässt eine FPÖ Fraktion zu. Erst vor einem Monat hat die Gewerkschaftsjugend einen Antrag an das ÖGB Präsidium gestellt, den Freiheitlichen den Fraktionsstatus zu entziehen. Man kann nicht einfach die Augen davor verschließen, wie Gewerkschaftsfeindlich die FPÖ tatsächlich ist (siehe: Unternehmerpartei FPÖ).
NSDAP – Freund der »kleinen Leute«?Egal wie oft sich die FPÖ vom Faschismus distanziert, sie bleibt der Hauptfeind der so genannten »Kleinen Leute«. Selbst die Nationalsozialisten haben es perfekt verstanden, sich als Freunde der »Kleinen Leute« zu gebärden, bevor sie ihnen das Rückgrat zertreten haben. Führende Nazigrößen wie Gregor Strasser sind vor der Machtergreifung Hitlers in blauen Arbeiteruniformen vor Arbeiterinnen und Arbeitern aufgetreten. Die Nazis haben eine eigene Arbeiterorganisation, die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO), gegründet und manche Arbeiter haben sich davon täuschen lassen. Strasser wurde 1934, ein Jahr nach dem Machtantritt der Nazis, von der SS ermordet. Die NSBO wurde 1933 durch eine Hitler-treue Organisation, die DAF ersetzt und 1935 aufgelöst. Das Problem der Faschisten war und ist, dass sie nicht öffentlich auftreten und sagen können: ja wir wollen die Arbeiterbewegung zerschlagen. Wir wollen Demokratie abschaffen. FPÖ – Freund der »kleinen Leute«?Aber sie lassen ihre geheimen Ziele bei vielen Gelegenheiten so durchblicken, dass ihre Anhänger verstehen, worum es sich handelt: der Bund der Freiheitlichen Unternehmer forderte die Abschaffung von Kollektivverträgen. Die Hetze gegen die muslimische Bevölkerung und »Ausländer« ist ein Code für die Schaffung einer reinen deutschen Volksgemeinschaft, und erinnert dramatisch an die Säuberungen von allem »Undeutschen«. Wirtschaftskammer Vizepräsident Edi Fischer von der FPÖ sagte: »Mich als Unternehmer interessiert nicht, was für die GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten) verhandelbar ist. Ich rufe zum Ungehorsam der Unternehmer gegenüber der Gewerkschaft auf.« Oder der Obmann Freiheitlichen Wirtschaftstreibenden (RFW), Fritz Amann: »Die GPA hat weder etwas zu verlangen und schon gar nichts zu fordern. Sie soll aus dem täglichen Wirtschaftsleben endlich verschwinden.« Zu selten erfahren wir aus den Medien, dass die FPÖ Arbeiterrechte beschneiden und Arbeitszeiten erhöhen will. Wenn Strache sich vor den »kleinen Mann« stellt und ihm vormacht, er sei einer von ihnen, dann spricht daraus nichts als Verachtung für die Menschen, die den schweren Fehler begehen, ihm zu glauben. Hinter die Fassade blickenMan darf sich von den bemühten Distanzierungen der FPÖ vom Faschismus nicht irritieren lassen: »egal was sie sagen, es weiß doch jeder, was sie meinen!«. So hat es die Nazigröße Hermann Göring formuliert, nachdem Hitler die Partei auf einen legalen Weg eingeschworen hatte. Es ist wie mit der Fabel von dem Skorpion, der einem Frosch verspricht ihn nicht zu stechen, und den Frosch überredet ihn über den Fluss zu tragen. Am Ende sticht der Skorpion doch zu. »Es liegt einfach in meiner Natur«, sagte er, dann gehen sie beide unter.
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