|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
|||||||||
|
|||||||||
|
Arbeitskampf | Krieg | Imperialismus | Geschichte | England
März - 2010 Britische Soldaten kontrollieren "Verdächtige" in Aden Der Jemen, aktuelles Opfer von US-Interventionen, hat eine lange, traurige Geschichte von Kolonialismus und Unterdrückung, schreibt Tom D. Allahyari. Der Britische Imperialismus hatte während des 19.Jahrhunderts die Kontrolle über den südlichen Jemen etabliert, der damals »Süd-Arabien« genannt wurde. Spätestens mit der »Suez-Krise« 1956, als der Ägyptische Präsident Nasser den Suez-Kanal verstaatlichen wollte, wurde dieses Gebiet absolut zentral für den Einfluss des Britische Empire im mittleren Osten. Der erwachende Arabische Nationalismus bedrohte die westlichen Interessen von allen Seiten. Die britische Militärbasis in Aden galt als unverzichtbar. Die britische Herrschaft wurde einerseits von Gebietsansprüchen des benachbarten Jemen unter Imam Ahmed bedroht, andererseits und viel ernsthafter aber von einer Arbeiterbewegung in Aden selbst, die anti-kolonial eingestellt und von der Linken inspiriert war. Widerstand der ArbeiterklasseNach ihrer Niederlage in der Suezkrise gaben die Briten ihrer Herrschaft einen pseudo-demokratischen Deckmantel. Eine konservative Marionetten-Regierung schuf die »Südarabische Föderation«. Die Opposition gegen diese Regierung wurde vom Aden Trade Union Congress, dem »Aden Gewerkschaftskongress« angeführt. Streiks und Demonstrationen wurden von Britischen Truppen niedergeschlagen, die Zeitung des Gewerkschaftskongresses, »Der Arbeiter«, wurde verboten, Anführer eingesperrt. 1962 riefen die Gewerkschaften zum Generalstreik gegen die Eingemeindung von Aden in die Föderation auf. Die Britischen Truppen antworteten mit scharfen Schüssen. Der Todesstoß für die Britische Herrschaft war aber ein Militär-Coup im benachbarten Jemen: radikale Armeeoffiziere setzten den halbfeudalen Herrscher ab und riefen die Arabische Republik Jemen aus. In der neuen revolutionären Regierung in der Hauptstadt Sanaa arbeiteten auch Mitglieder des Gewerkschaftskongresses von Aden. Sie riefen zur Vereinigung des Landes und zur Vertreibung der Briten auf. Guerillakrieg und Kalter KriegDie Britische Regierung tat alles, um diese Regierung zu stürzen, königstreue Gruppen wurde bewaffnet, Söldnertruppen eingesetzt. Während die Briten in der »Föderation« massiv gegen Gewerkschaften und Opposition vorgingen, bildete sich in der Republik Jemen die Nationale Befreiungsfront NFL, die einen Guerillakrieg gegen die Briten begann. Die Briten reagierten mit brutalen Luftangriffen auf Dörfer und Felder. Doch schon kurz darauf bereitete die Guerilla mit Attentaten, Demonstrationen und Feuergefechten den Briten massive Probleme, selbst die moderatesten Kräfte forderten den sofortigen Abzug der verhassten Britischen Truppen. Die imperialistische Repression war schrecklich und umfasste verschiedene Foltermethoden. Als den Briten klar wurde, dass absolut niemand ihre »Föderation« unterstützte und die ständige Aufstandsbekämpfung zu teuer wurde, zogen sie 1960 ab. Um doch noch ein höriges Regime zu schaffen wurde die südarabische Armee aufgebaut. Doch sehr schnell hatte die NFL diese Armee infiltriert und besiegt. Und wieder intervenierten die Briten mit äußerster Grausamkeit bevor sie endgültig abzogen. 1969 wurde der Süden des Jemen zur »Sozialistischen Republik«. Nach dem Fall der UDSSR vereinigten sich beide Teile. Heute wird eine unbeliebte, korrupte Regierung massiv vom Westen und Saudi-Arabien gestützt. Schiitische Gruppen kämpfen gegen die Zentralregierung, die US-Regierung hat das verarmte Land zum Kampffeld im »War on Terror« und gegen den Iran gemacht. Leiden wird die Bevölkerung – wie seit über 200 Jahren. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
|
|||||||||