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März - 2010    
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Sklaventransport in Afrika
© wikimedia-commons

Sklaverei und Sklavenhandel wird wegen des enormen Mehrwerts, den Großbritannien, Frankreich und die Niederlande daraus zogen, zu den entscheidenden Geburtshelfern von Kapitalismus gerechnet.

Afrika



Bis zum Jahr 1500 waren Afrikanerinnen und Afrikaner die Minderheit unter den Sklaven weltweit, aber schon um 1700 waren sie die große Mehrheit. Unter Christoph Kolumbus begann dieser Wandel. Er war es, der zuerst manche der Arawaks von Hispaniola (heute Haiti) und Dominikanische Republik), die ihn so freundlich aufnahmen, als Sklaven nach Sevilla verschleppte und auf den karibischen Inseln zur Sklaverei zwang. Da die indigene Bevölkerung sehr schnell an den Rand der Ausrottung getrieben wurde, begannen die europäischen Eroberer Menschen aus Afrika zu versklaven. Bis 1820 wurden ungefähr 12 Millionen Menschen aus Afrika nach Amerika verschleppt.

Anwachsen der Sklaverei



Sklaverei wuchs auf ein unfassbares Ausmaß, als die europäischen Kolonialherren den kommerziellen Anbau, der sehr arbeitsintensiven Pflanze Tabak begannen. Zuerst wurden europäische Schuldknechte eingesetzt. Ihr Schicksal war es, als Gegenleistung für Schulden oder die Schiffspassage aus Europa, für drei bis sieben Jahre als Sklaven schuften zu müssen, oder sie wurden wie in England von so genannten »Ghosts« gekidnappt. Viele überlebten diese Zeit nicht, die durchschnittliche Lebenserwartung von Sklaven auf den Plantagen betrug lediglich vier bis fünf Jahre. Barbados hatte 1638 noch 2000 europäische Sklaven und »nur« 200 afrikanischer Herkunft. Schließlich wandte man sich immer stärker dem Sklavenhandel mit Westafrika zu. Im Jahr 1653 waren es 20.000 Sklaven afrikanischer gegenüber 8000 europäischer Herkunft. Zwischen 1700 und 1770 stieg die Zahl afrikanischer Sklaven in den amerikanischen Südstaaten von 22.400 auf 409.500.

Förderung von Rassismus



Ein Grund dafür war, dass sich die Sklavenhalter zunehmend Sorgen um Verbrüderung zwischen weißen und schwarzen Sklaven machten. Gesetze wurden erlassen, die deutlich machten, dass dies eine reale Befürchtung war: Jeder Weiße, ob Mann oder Frau, der bzw. die sich mit einem oder einer Schwarzen verheirateten, sollten aus der Kolonie verbannt werden. Es gab 30 Peitschenhiebe für Schwarze, die ihre Hand gegen Christen erhoben. In englischen Hafenstädten wie London fanden entflohene Sklaven Unterschlupf in den Armenvierteln.

Unter diesen Bedingungen entwickelte sich Rassismus aus einer Rechtfertigung der Sklavenhalter- und Händler für die Versklavung von Schwarzen – als minderwertige Menschen – zu der Ideologie wie wir sie heute kennen. Rassismus war ein Nebenprodukt der Sklaverei, nicht umgekehrt, wie manche annehmen.

Triebfeder



Die Sklavenschiffe lieferten auf ihrem Weg von Amerika Zucker und Tabak nach Europa und in der Folge Eisenwaren, Waffen oder Textilien von Europa nach Afrika und schließlich Sklaven von Afrika nach Amerika. Die Triebfeder für dieses Dreiecksgeschäft war die dynamische Entwicklung des noch jungen Kapitalismus in Großbritannien und den Niederlanden. Dort entstand der ständig wachsende Bedarf nach den Luxusgütern Tabak und Zucker und dort wurden die Schiffe gebaut und entstanden die Handelswaren für die Kolonien und für Afrika. Und dort entstand auch der Mehrwert, der es erlaubte Sklaven in Afrika einzukaufen. So war Sklaverei gleichzeitig ein Nebenprodukt des aufkeimenden Kapitalismus und er verschaffte ihm zusätzlichen Auftrieb.

Von Manfred Ecker

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