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Krieg | Imperialismus | Geschichte | Deutschland | Serbien
Dezember - 2002 Der Hauptangeklagte Slobodan Milosevic verwendete eine kürzlich ausgestrahlte Sendung des WDR mit dem Titel »Es begann mit einer Lüge« als Material zu seiner Verteidigung. Diese Dokumentation verursachte große Aufregung in Den Haag. Wesentliche Rechtfertigungen des Westens für einen Einsatz im Kosovo – das Massaker von Racak, systematische ethnische Säuberungen im Kosovo, die Operation Hufeisen und die KZs in Pristina – waren demnach reine Propagandalügen. Laut dem deutschen Außenminister Joschka Fischer war das Massaker von Racak der Auslöser für die Intervention der NATO. Beweise für Massaker?Die Europäische Union beauftragte danach ein finnisches Expertenteam unter der Leitung von Frau Helena Ranta das Massaker an den albanischen Zivilisten zu untersuchen. Die finnischen Pathologen konnten die Version eines Massakers nicht bestätigen, vielmehr schien es sich um Kämpfer der nationalistischen albanischen UCK zu handeln, die bei einem Gefecht mit serbischer Polizei ums Leben kamen. Das vermutet auch der deutsche Brigadegeneral a.D. Heinz Loquai, er war bis Juni 2000 Mitglied der Deutschen OSZE-Delegation in Wien. Loquai nimmt auch zur sogenanten Operation Hufeisen des serbischen Militärs Stellung. Der deutsche Verteidigungsminister Scharping behauptete damals er habe Beweise für einen militärischen Operationsplan der serbisch-jugoslawischen Führung, der die Vertreibung aller Albaner aus dem Kosovo zum Ziel habe. Ausserdem verkündete Scharping, dass dieser Plan bereits seit Ende 1998 ausgeführt wurde. Der deutsche OSZE Delegierte sagte dazu: Sogar die Analysen der Nachrichtenexperten des Verteidigungsministeriums widersprechen dieser Behauptung des Ministers. und Nach allem, was bisher in der Öffentlichkeit bekannt geworden ist, kann man schließen, dass der Hufeisenplan ein geschickt inszenierter Propagandacoup war, mit dem die aufkommende Kritik am Krieg gegen Jugoslawien erstickt wurde. Ein Krieg für Menschenrechte?Der NATO – Angriff wurde uns als Verteidigung der albanischen Bevölkerung und als Verteidigung der Multiethnizität verkauft. Resultiert hat der Krieg allerdings in einem ethnisch gesäuberten, beinahe rein albanischem Kosovo. Nicht genug damit, daß bei den Bombardements über 2000 Zivilisten ums Leben kamen, und große Gebiete mit Uran-Munition verseucht wurden, die NATO und später die UN- Friedenstruppen schauten tatenlos zu als von der UCK über 200.000 Serben, Sinti und Roma aus dem Kosovo vertrieben wurden. Krieg für westliches KapitalBeim Tribunal macht sich also der Täter NATO zum Richter, und kann so seine Propaganda in Zeiten imperialistischer Kriege weiterhin verbreiten. Die Motive für die kommenden Kriege sind dieselben, wie schon 1999. Es geht um Expansion der westlichen Wirtschaft, um Globalisierung mit militärischen Mitteln. Seit dem Zusammenbruch der stalinistischen Regimes 1989 pickt sich der Westen die profitabelsten Rosinen aus dem ehemaligen Ostblock. Während die EU- Osterweiterung aber langsam voranschreitet, hatte die NATO hier viel schnellere Erfolge zu verbuchen. Beinahe alle ehemaligen GUS Staaten kaufen ihre Waffen heute im Westen. Durch geschickte Bündnispolitik hat sich inzwischen ein richtiger Gürtel von NATO Alliierten um Russland gebildet. Was nie erwähnt wird in dem Zusammenhang, ist äußerst aufschlussreich, Tschechien, Ungarn und Polen wurden im März 1999 in die NATO integriert, demselben Monat als das Bombardement auf Ex Jugoslawien begann. Slobos EndeNatürlich will ich die Verbrechen von Milosevics nicht beschönigen, wir haben seinen Sturz gefeiert. Gestürzt wurde er aber nicht von der NATO. Er ist im Gegenteil eher gestärkt aus dem Krieg hervorgegangen. Es waren die Streiks in den Minen von Kolubara und die darauf-folgende Massenbewegung, die Slobo nach seinem Wahlbetrug weggefegt haben. Bush, Blair und Co hätten gern, dass auch die Erinnerung daran erlischt, und die Arbeiter sich ihrer Macht nicht bewusst wären. von Manfred Ecker Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführender Artikel:
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