|
|||||||||
|
|
|||||||||
|
|||||||||
|
|||||||||
|
Wirtschaft | Imperialismus | Literatur
Mai - 2002 Naomi Klein liefert der Bewegung mit ihrem Buch No Logo!, das mittlerweile zum antikapitalistischen Bestseller geworden ist wertvolle Argumente gegen die Konzerne. Sie beschreibt darin die skrupellosen Machenschaften der Multis und trägt so dazu bei deren heile Markenwelt zu entzaubern. Ganz egal ob auf der Straße, oder zu Hause beim Fernsehen, ob in der Schule, oder auf der Uni beinahe überall sehen wir uns mittlerweile mit Werbung konfrontiert. Nach und nach werden der öffentliche, der kulturelle und der individuelle Raum durch die Konzerne und ihre Markenpolitik vereinnahmt. Schulen und Universitäten in den USA werden von Nike und Coca Cola gesponsert und ausgerüstet, Disney besitzt sogar eine eigene Stadt. In den USA betrugen 1998 die Werbeausgaben $ 197 Mrd. was 4% des US-BIP sind. Alleine der Disney Konzern investierte $1,25 Mrd., dicht gefolgt von McDonald´s. Nike zahlt dem NBA-Star Michael Jordan $ 20 Mio. pro Jahr, was das Doppelte der Lohnkosten der in Indonesien von Nike beschäftigten ArbeiterInnen ist. Anfang der Achtziger entwickelten Marketingexperten die Idee Marken, statt Produkte zu verkaufen. Durch massive Marketingkampagnen soll erreicht werden, dass die Konsumenten mit einem Markennamen nicht länger ein bestimmtes Produkt, sondern ein bestimmtes Image assoziieren. Die Marke soll einen Lebensstil verkörpern. So ist etwa ein NikeTurnschuh nicht einfach nur ein Turnschuh. Vielmehr geht es um das Just do itImage. Darum, dass Nike in mancher Hinsicht bereits zum Inbegriff des Sports geworden ist, oder dass es seine Werbefachleute zumindest gerne so hätten. Um die ungeheuren Werbeausgaben finanzieren zu können und um ein stetiges Wachstum der Börsenkurse zu begünstigen, wurden Kosten bei den Arbeitskräften eingespart. Einerseits ist ein enormer Anstieg an schlecht bezahlten Teilzeitjobs, sogenannten McJobs gegenüber sicheren Beschäftigungsverhältnissen in den industrialisierten Ländern zu verzeichnen. Andererseits wurden reihenweise Fabriken geschlossen und die Produktion in sogenannte Exportproduktionszonen in Dritte Welt Länder ausgelagert. Dort ist es möglich steuerfrei zu produzieren und Löhne zu bezahlen die teilweise sogar noch unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Die Zustände in diesen Sweatshops sind unbeschreiblich. Die ArbeiterInnen, vorrangig junge Frauen, müssen in stickigen Räumen arbeiten, werden zu Überstunden bei Hungerlöhnen gezwungen und es wird ihnen verboten sich zu organisieren. Der Preisaufschlag im Geschäft kann bis zu 400 % betragen. Immer mehr Menschen beginnen jedoch dieses System zu durchschauen und dagegen aktiv zu werden. Mit reclaimthestreetspartys versuchen sie öffentlichen Raum zurückzuerobern. Bei jedem Treffen der selbsternannten Elite, wie zB der WTO-Tagung in Seattle versuchen sie diese zu konfrontieren. No Logo ist also absolut empfehlenswert, auch wenn ich nicht glaube, dass es für die Zukunft der Bewegung ausreichend sein wird, wenn sich die AktivistInnen ab und zu im Internet treffen um sich zu koordinieren. von Harald Schön www.buch.de/shop/home/suchartikel/no_logo/naomi_klein/ISBN3-442-15312-3/ID5717675.html?jumpId=5623595 Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführender Artikel:
|
|||||||||