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Staatsgewalt | Krieg | Geschichte | USA | Irak
Juni - 2005 © Wikimedia-commons Trotz der diversen Uneinigkeiten bezüglich der UNO-Resolution laufen die Vorbereitungen auf einen Krieg, der einen Regimewechsel im Irak herbeiführen soll, weiter. Wer ist dieser Mann, der scheinbar eine so große, globale Gefahr darstellt? Wie ist er zu dem Feindbild schlechthin geworden? Tatsache ist, dass er einst ein wichtiger Verbündeter der USA war. Politische LaufbahnDer Beginn seiner politischen Laufbahn 1957 schloss Saddam Hussein sich im Alter von Zwanzig der extremen und gewaltbereiten Baath-Partei (zu engl. Arab Socialist Revival) an, eine sehr nationalistische Partei. Gemeinsam mit anderen Baath – Gefolgsleuten organisierte Saddam einen Anschlag auf den Regierenden General Kassem. Da diese Aktion missglückte, musste er flüchten. Nach dem Sturz und der Hinrichtung General Kassems, kehrte Hussein Anfang der Sechziger zurück und erhielt eine Position in der Parteiführung der Baath-Partei, die 1968 die Macht im Irak übernahm. Das neue Staatsoberhaupt war Ahmad Hassan al-Bakr und unter seiner Führung wurde Saddam Hussein zum Vizepräsidenten. Saddam gewinnt immer mehr EinflussNach der Machtübernahme der Baath-Partei wurden große Reformen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich umgesetzt. Die irakische Petroleums Gesellschaft wurde nationalisiert. Diese wurde schon vor dem 2.Weltkrieg von den USA gemeinsam mit britischen Ölunternehmen gegründet. Klarerweise war der Westen über diese Maßnahme nicht sonderlich erfreut. Doch sie war populär beim irakischen Volk. Im Verlauf der Siebziger verlor die Baath-Partei selbst immer mehr an Einfluss. Die Macht konzentrierte sich im Großen und Ganzen in den Händen Husseins. Die Partei verwandelte sich zu einem Instrument des Staates. Zu dieser Zeit wurde das Verbot von anderen Parteien erlassen. Alle oppositionellen Aktivitäten wurden illegalisiert. 1979 trat al-Bakr zurück und übergab die Macht an Saddam Hussein. Kurze zeit nach seinem Amtsantritt stürzte er den Irak in einen Krieg gegen den Iran. Dieser Krieg dauerte von 1980 bis 1988 und forderte über eine Million Tote. Vom Freund zum FeindDa ein siegreicher Iran dem Westen nicht von Nutzen gewesen wäre, begann die USA den Irak immer intensiver wirtschaftlich und militärisch zu unterstützen. Die vereinigten Staaten gaben Firmen die Lizenzen dem Irak biologische Substanzen zu verkaufen. Der Irak wurde auch mit chemischen Waffen ausgestattet. Dass Saddam Hussein schon damals ein brutaler Diktator war, der seine Waffen gegen das eigene Volk richtete, störte damals nicht sonderlich. Doch Aktionen wie der Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabscha, bei der 5.000 Menschen qualvoll starben, wurden vom Westen ignoriert. Diese Situation änderte sich rasch mit der Invasion der irakischen Armee in Kuwait. Plötzlich wurden Saddams brutale, menschenverachtenden Vorgehensweisen, die noch vor kurzer Zeit mit solch einer Nachsicht behandelt wurden, zu einem wichtigen Faktor für die westliche Kriegspropaganda. Dabei wurde die Frage, woher Saddam doch seine Massenvernichtungswaffen hatte, außer Acht gelassen. Die Folgen des 2.Golfkrieges sind allgemein bekannt. Saddam Hussein konnte seine Machtposition bis zum heutigen Tag aufrecht erhalten. Unter dem Embargo leidet einzig und allein die Zivilbevölkerung. Die internationalen Anstrengungen Saddams Herrschaft zu beenden scheiterten. Die 96 Millionen Dollar Unterstützungsgelder an die irakische Opposition brachten keinen Erfolg mit sich, ebensowenig wie die vom CIA geplanten Putschversuche. Nur einmal geriet Husseins Herrschaft wirklich in Gefahr, als sich die schiitische Mehrheit im Süden des Landes erhob. Der Aufstand scheiterte jedoch. die Alliierten unterstützten den Aufstand auch nicht. Zwar wäre der Sturz Saddams von ihnen begrüßt worden, die USA jedoch fürchtete, dass das irakische Volk die Kontrolle übernehmen würde. Demokratie und das damit verbundene Streikrecht im Ölindustriestaat Irak kann sich der Westen nicht leisten. Da lebt es sich mit Unterdrückern wie z.B. der Saudischen Königsfamilie um einiges leichter. Ist Saddam Hussein eine Gefahr?Er ist mit Sicherheit eine Gefahr für sein Volk. Für die Region stellt der Irak keine Gefahr dar, zumindest sehen dies die Nachbarn des Iraks so. Selbst Kuwait sieht vom Irak keine Gefahr ausgehen. Trotz allem sollte ein Regierungswechsel im Irak das große Ziel sein. Jedoch nicht im Sinne der vereinigten Staaten in Form einer Einsetzung eines Marionettenregimes, sondern für das irakische Volk. Doch wie sollen Menschen zu einem Aufstand gegen ihren Unterdrücker fähig sein, wenn sie aufgrund eines Embargos und ständig drohenden Krieges in miserabelsten Umständen leben müssen? von Tyma Kraitt Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
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