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Links-Parteien | Revolution | Lateinamerika
März - 2007 Mike Gonzalez betrachtet die wichtigen Entscheidungen für die Bewegung in Venezuela. In den sieben Jahren seitdem Hugo Chavez das erste Mal zum Präsidenten von Venezuela gewählt wurde, mußte seine Regierung drei große Herausforderungen bestehen. Bei jeder Gelegenheit – der versuchte Militärputsch, der Streik der Bosse und das Rücktrittsreferendum – versagte die Opposition. Jeder Sieg wurde durch die Massenmobilisierung von normalen Venezuelanern gewonnen, welche Chavez erfolgreich verteidigten. In all diesen Ereignissen finden wir eine unausweichliche Logik. Chavez brachte seine Bolivarische Revolution in wichtigen Schritten vorwärts. Das war aber nur möglich, weil Massenbewegungen die Rechte zurück schlagen konnten. Früher in diesem Jahr verkündete Chavez, dass die Bolivarische Revolution eine sozialistische Revolution sei. Dies war eine Ermutigung für die Massenbewegungen in Ländern wie Bolivien oder Ecuador. Doch in Venezuela selbst ist die Situation weit aus nicht so klar. Die massiven Profite aus dem Ölpreisanstieg wurden in Gesundheits- und Alphabetisierungsprogramme sowie in die Organisierung einer Landreform investiert. Gewisse Teile der Industrie wurden in Staatsbesitz überführt und ein neuer TV Sender gegründet, welcher die Sicht der Bolivarischen Revolution senden sollte. Doch noch immer bleiben Venezuelas Banken in Privatbesitz und machen wesentliche Gewinne durch Darlehen an die Regierung. Privatbesitz von Industrie und Land wurde nicht angegriffen und die Medienkonzerne, welche im Zentrum der Mobilisierung der Rechten standen, blieben ebenfalls unberührt. In seiner Regierung, hat Chavez viele jener Leute behalten, welche die Privilegien und die Korruption des alten venezuelanischen politischen Systems genossen hatten. Obwohl die Unterstützung für Chavez stark ist und noch immer wächst, haben die Basisorganisationen, welche zur Verteidigung der Bolivarischen Revolution entstanden sind, eine steigende Frustration und Unzufriedenheit über die Schranken ihrer Aktivitäten geäußert. Diese Kräfte an der Basis sind die Träger der Revolution in Venezuela. Doch die Macht liegt noch nicht bei ihnen sondern in den Strukturen der Regierung. In dem neuen Gewerkschaftsverband (UNT), gegründet um die durch und durch korrupte Gewerkschaft CTV zu ersetzen, ist die Debatte über die Macht in der Gesellschaft unausweichlich. Bei einem Treffen im Juli haben 400 Delegierte, die meisten von der UNT, darüber diskutiert, dass in einem sozialistischen Prozeß sich die Macht in die Hände der Arbeiterklasse bewegen muss. Es gibt natürlich eine andere Vision, was Sozialismus heißen könnte. Spaniens Präsident Zapatero ist ein Enthusiast für Chavez, aber seine Sozialistische Partei ist Befürworter einer Reform des Kapitalismus und Unterstützer des Marktes. Es scheint, dass zwei Visionen des Sozialismus in der Venezuelanischen Revolution arbeiten. Eine ist damit beschäftigt Kapitalismus zu reformieren und zu humanisieren. Die Beziehung zum Weltmarkt sollte aus einer Position der Stärke neu verhandelt werden. Die andere ist die Vision einer Gesellschaft, dessen Ressourcen direkt durch deren Produzenten kontrolliert werden und keine privaten Interessen die Leben von Millionen bestimmen und verändern können. Der Kampf zwischen diesen zwei Visionen ist die Realität in der Bolivarischen Revolution. Mike Gonzales ist Professor für Spanisch/Lateinamerikanische Studien in Glasgow und Autor zahlreicher Bücher, unter anderem: Che Guevara and the Cuban Revolution. (Bookmarks, London 2004). Er wird im Mai 2006 auf Alternativas, dem Gegengipfel zum EU-Lateinamerika-Präsidentengipfel in Wien vortragen. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführender Artikel:
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