DU bist NICHT schuld am Klimawandel

Dezember - 2009
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Unsere Regierungen werden die nötigen Schritte zur Verhinderung einer Klimakatastrophe nicht setzen. Deshalb versuchen immer mehr Menschen individuell alles Mögliche zu tun, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Sie glauben, dass die Verantwortung für die drohende Katastrophe bei ihnen selbst und der Schlüssel zu ihrer Verhinderung in individuellen Maßnahmen wie geringerem Fleischkonsum, Recycling, verbesserten Heizungssystemen oder der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, liegt. Jedoch stimmt es nicht, dass wir individuell die Klimakatastrophe verhindern könnten, auch nicht, wenn Millionen sich daran beteiligen.

Der Hauptverursacher der Klimaveränderungen ist die Energiegewinnung durch Verbrennung fossiler Brennstoffe. Der Menschheit bleibt kein anderer Ausweg als diese Methode der Energiegewinnung durch andere Methoden zu ersetzen. Alle, die es sich leisten können, könnten Sonnenkollektoren auf ihren Dächern installieren oder kleine Windkraftwerke in ihren Gärten aufbauen. Allerdings kann es sich eine Mehrheit der Menschen nicht leisten. Wer die Möglichkeit hat, könnte vom Auto aufs Fahrrad umsteigen und seine Wohnung besser isolieren. Die nötigen Billionen-Investitionen, um genug »grüne Energie« für die Transportsysteme und den Stromverbrauch für die Industrie und die privaten Haushalte zur Verfügung zu stellen, sind durch Individuen aber nicht zu bewerkstelligen. Dafür braucht es international koordinierte Anstrengungen von Universitäten und die technologischen Mittel der großen Konzerne aus Energie- und Transportwirtschaft.

Wie Studierende an der Technischen Universität berichten, spielt die Erforschung von Technologie zur umweltfreundlichen Energiegewinnung an den Universitäten praktisch keine Rolle. Forschung orientiert sich an den Interessen der Konzerne und diese sind meist Auftraggeberinnen und Abnehmerinnen neuer Technologie.

Dabei ist sogar Unternehmern und der Regierung klar, dass der Umstieg kommen muss und dass dafür geforscht und investiert werden muss. Warum tun sie es dann nicht? Weil Konkurrenz zwischen einzelnen Unternehmen die treibende Kraft im Kapitalismus ist. Kein Kapitalist wird einen Schritt setzen, der Wettbewerbsnachteile für das eigene Unternehmen bringt und keine Regierung würde die heimische Industrie dazu zwingen. Deshalb braucht es internationale Abkommen und deshalb bemühen sich die Regierungen auch so, uns glauben zu lassen, dass sie in Kopenhagen Übereinkommen erzielt haben. Aber sie haben sich nicht und werden sich weiterhin nicht zu kurzfristigen Reduktionen von Treibhausgasen verpflichten lassen. Reduktionen bis 2050 werden sie unterschreiben, aber bis 2015 oder bis 2020 wird es keine verbindlichen Vereinbarungen geben.

Die Verantwortung für das Fortschreiten der Klimaveränderungen uns einfachen Menschen anzulasten ist ideal, weil die Mächtigen dann nicht einlenken müssen und damit davonkommen könnten. Der Appell an uns einzelne Menschen, unseren Lebensstil zu verändern kann gut gemeint sein, aber er führt zur ungehinderten Fortsetzung der Verbrechen an unserer Umwelt durch die überführten Kriminellen – und das sind nicht die Lohnabhängigen.

Aber wir sind alles andere als machtlos – wir müssen uns nur als Individuen zusammentun und die herrschenden Verhältnisse kollektiv bekämpfen. Nehmen wir den Zeigefinger wieder herunter, ballen wir stattdessen die Faust und nützen wir unsere Energien um eine mächtige Protestbewegung für den Klimaschutz aufzubauen.




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