Das Audimax ist besetzt!


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Seit Donnerstag ist nicht nur die Akademie der bildenden Künste von Studierenden, (auf der Bildenden auch Lehrende und Mittelbau) besetzt, sondern auch das Audimax und zwei Hörsäle der Hauptuniversität.

Kurz zusammengefasst:


Seit Dienstagmittag, als im Parlament die Einführung von Bachlor/Master für Kunststudium eingeführt wurden, ist die Bildende im Generalstreik. Im Laufe der nächsten zwei Tagen haben sich immer mehr Netzwerke, Studienvertretungen und auch einfach Unterstützende mit den Protesten solidarisiert und Aktionen geplant. 500 Demonstrierenden gelang es am Donnerstagmittag das Audimax zu einzunehmen. Beginn der Protestaktion war eine Demonstration unter dem Titel »Die Uni brennt!« wurde gegen Zugangsbeschränkungen, einer »Demokratisierung der Unis und gegen eine Ökonomisierung der Bildung demonstriert. Gefordert wird: »Bildung für alle – und zwar umsonst!« Innerhalb einer Stunde waren dann aber 1000 Leute am Besetzen beteiligt. Eine Delegation von 20 Leuten ist dann ins NIG, wo viele Institute (Powi) drinnen sind, und hat von dort noch einmal 500 Leute ins Audimax mitnehmen können. Zeitweise waren ca. 2000 Studierende im Audimax, die sich und andere mit Infrastruktur versorgt haben (Essen, Schlafsäcke etc.) Einer der Gründe für die vorangegangene Demo war ja zunächst, dass Studierende gegen das Bachelor/Master-System protestiert haben. Jetzt wurde soeben bekannt gegeben: Die Lehramtsstudien an der Akademie der bildenden Künste werden auf Bachelor/Master umgestellt. Die Wut über die herrschenden Verhältnisse wächst. Die Stimmung ist sehr kämpferisch bei den Besetzenden. Freitag um 10 Uhr ist ein Plenum über nächste Schritte angesetzt. Seid alle solidarisch und kommt hin!

Pressetext Audimax Besetzung, 22. 10. 2009



Freie Bildung für alle!
Besetzung des Audimax der Universität Wien

Am Donnerstag wurde gegen 13 Uhr das Audimax der Universität Wien durch Studierende aller Studienrichtungen und Universitäten besetzt. Die Besetzung des Audimax ist der bisherige Höhepunkt einer Uni-übergreifenden Protestaktion, die sich vorrangig gegen die UG-Novelle 09 richtet und sich mit der gestrigen Besetzung der Akademie, sowie internationalen Bildungsprotesten solidarisiert.

Die Forderungen der Studierenden sind:


  • Re-Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen!
  • Ausfinanzierung der Unis!
  • Selbstbestimmtes Lernen und Leben ohne Konkurrenz- und Leistungsdruck!
  • Freie Masterzugänge!
  • Keine verpflichtende STEP!
  • Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren!
  • Keine Aufnahmeprüfungen!
  • Unabhängige Lehre und Forschung!
  • Schluss mit prekären Dienstverhältnissen für Lehrende, Angestellte und ArbeiterInnen!
  • Genug Studienplätze für alle!
  • Abschaffung der Erweiterungscurricula!
  • Flexible und selbstbestimmte Studienpläne!
Dieser Protest wurde in einer völlig spontanen Solidarisierungs-Demonstration begründet, keine der ÖH-Untergruppierungen hat diese organisiert. Die Studierenden aller Studienrichtungen haben sich spontan – ohne übergeordnete Organisation – zusammen gefunden, um gegen die Studienbedingungen zu protestieren. Das Ausmaß dieser Aktion ist Beweis dafür, dass es sich um zentrale Anliegen handelt, die einen großen Teil der Studierenden persönlich betreffen.

Protest gegen Bildung a lá Hahn



Der Protest der Studierenden richtet sich gegen die Bildungspolitik des Wissenschaftsministers Hahn. Wir protestieren gegen die UG-Novelle 09 und die damit einhergehende Verschulung und Ökonomisierung des Studiums. Beispielsweise festgesetzte, starre Lehrpläne, fast ausschließlich Multiple-Choice-Prüfungen und versteckte Knock-Out-Prüfungen. Das RednerInnenpult stand allen offen, die ihren Unmut über die Situation an der Universität ausdrücken wollten. Trotz des friedlichen Protestes der Studierenden kam es zu repressiven Maßnahmen des privaten Uni-Sicherheitsdienstes und der Polizei. Studierende wurden am Betreten des Audi Max verhindert. Die Rednerinnen im Audimax appellierten an die Solidarität zwischen Studierenden aus Österreich, Deutschland und der ganzen Welt. Der Protest richtet sich nicht gegen Studierende aus Deutschland, sondern gegen den dort herrschenden Numerus Clausus und Studiengebühren.

Infos: freie.bildung@gmx.at


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