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Österreich | Soziales | Wirtschaft | Wirtschaftskrise

Juni - 2009    
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Die enorme Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Güterproduktion entwickelt eine Dynamik, die auch auf andere Branchen übergreift. Die Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft und die Menschen werden sich weiter verschärfen. Die Arbeitslosigkeit stieg im April gegenüber April des Vorjahres um 24,2 Prozent. Alarmierend, aber ein Detail ist besonders dramatisch: Nach Branchen hat es im Bereich Herstellung von Waren die stärkste Zunahme der Arbeitslosigkeit auf Jahresbasis gegeben.

Die Arbeitslosigkeit stieg im April gegenüber April des Vorjahres um 24,2 Prozent. Alarmierend, aber ein Detail ist besonders dramatisch: Nach Branchen hat es im Bereich Herstellung von Waren die stärkste Zunahme der Arbeitslosigkeit auf Jahresbasis gegeben. Hier betrug die Zunahme von 15.000 auf 35.007 Personen, ein Plus von 74,4 Prozent. In dieser Branche entstehen alle Werte mit welchen sich das System am Laufen hält. Der Dominoeffekt ist unvermeidbar. Derzeit sind Industriezentren wie Salzburg, Oberösterreich und Steiermark mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von über 50 bis sogar über 60 Prozent viel stärker betroffen als das Dienstleistungszentrum Wien. Sinkt die Güterproduktion hat dies aber massive Auswirkungen auf andere Bereiche. Unmittelbar betroffen sind die Maschinenproduktion, da weniger neue Investitionen getätigt werden, und die zuliefernde Rohstoffverarbeitung. Weniger Transporte sind die Folge und bedeuten weniger Fahrzeuge, Wartung und Reparaturen. Mit der einbrechenden Warenproduktion ist auch die Infrastruktur verbunden, was weniger Aufträge für die Bauwirtschaft bedeutet. Verzichtet wird auch auf weitere Zufahrtstraßen und neue Produktionsstätten. Die Dynamik greift auf andere Branchen, wie jene der Dienstleistungen, über. Weitere Arbeitsplätze gehen verloren. Lohnabhängige in der Krise, die um ihre Jobs zittern, in Kurzarbeit oder gar arbeitslos sind, konsumieren weniger. Eine Studie der »Karmasin Motivforschung« zeigt: Jeder zweite Österreicher will sein Konsumverhalten ändern. Dies umfasst sowohl den Einkauf von Lebensmitteln, etc. als auch die Dienstleistungen, z.B. Friseur oder Cafes. Jeder Zehnte streicht den Urlaub heuer. Schließlich leiden Bereiche in denen erst in den letzten 10 Jahren viele Jobs entstanden sind, wie bei Finanzdienstleistung, Kommunikationsbereich, Werbeindustrie, etc. Das boomende Umfeld wie Botendienste, Taxis, Imbisse und dergleichen spüren die Auswirkungen. Die Spirale nach unten dreht sich weiter.

Mehr als 60 Prozent der österreichischen Exporte von Gütern gehen nach Deutschland, dessen Wirtschaft 2009 nach aktuellen Schätzungen um 6 Prozent schrumpfen wird. Das schwächt neben dem Tourismus in Österreich vor allem die Exporte der Güterproduktion. Jeder exportierte Euro schaffe 25 Cent an Staatseinnahmen, behauptet Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer. Die Grundlagen für ein Funktionieren der markwirtschaftlichen Gesellschaft ist die Güterproduktion.

Dienstleistungen im Sozial-, Schul-, Gesundheits-, Pflege-, Kinderbetreuungs- oder Pensionssystem finanzieren sich über Steuern, Abgaben und Löhne. Der finanzielle Aufwand des Staates muss also in der Krise ansteigen, um ein menschenwürdiges Leben zu sichern, aber staatliche Milliardengeschenke für Banken helfen den Menschen nicht. Vielmehr führen eine zu geringe Berücksichtigung der Arbeitslosigkeit und Unterstützung für die Bosse dazu, dass Prölls Budget zu eng geschnürt ist und in weiterer Folge Sparpakete für Arbeiterinnen und Arbeiter geschnürt werden. Da können wir nicht einfach zusehen!


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