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Österreich | Wirtschaft | Korruption
Juni - 2009 Wie kann es (in einem angeblichen »Rechtsstaat«) vorkommen, dass jemand, gegen den ein Strafverfahren wegen Betrugs läuft, sich mit dem Geld, um das er andere betrogen haben soll, aus der Haft freikaufen kann? Binnen einer Stunde nach der Verhaftung von Julius Meinl V. ging die Rekordkautionssumme von einhundert Millionen Euro auf dem Konto des Oberlandesgerichts Wien ein. Obwohl Meinl abstreitet, dass das Geld Teil seines auf zwei Milliarden Euro geschätzten Privatvermögens sei, bleibt der Verdacht aufrecht. Wie kann es (in einem angeblichen »Rechtsstaat«) vorkommen, dass jemand, gegen den ein Strafverfahren wegen Betrugs läuft, sich mit dem Geld, um das er andere betrogen haben soll, aus der Haft freikaufen kann? Binnen einer Stunde nach der Verhaftung von Julius Meinl V. ging die Rekordkautionssumme von einhundert Millionen Euro ... Wie kann es (in einem angeblichen »Rechtsstaat«) vorkommen, dass jemand, gegen den ein Strafverfahren wegen Betrugs läuft, sich mit dem Geld, um das er andere betrogen haben soll, aus der Haft freikaufen kann? Binnen einer Stunde nach der Verhaftung von Julius Meinl V. ging die Rekordkautionssumme von einhundert Millionen Euro auf dem Konto des Oberlandesgerichts Wien ein. Obwohl Meinl abstreitet, dass das Geld Teil seines auf zwei Milliarden Euro geschätzten Privatvermögens sei, bleibt der Verdacht aufrecht. Dass ein Dritter, der weder wirtschaftlich Julius Meinl noch der Meinl Bank zuzurechnen sei, »binnen weniger Minuten einen Betrag von 100 Millionen Euro ohne entsprechende Sicherheiten von Julius Meinl bereitstellt«, ist laut Anlegeranwalt Ulrich Salburg »völlig auszuschließen«. 2007 wurden zum ersten Mal Betrugsvorwürfe gegenüber den Vorständen von Meinl European Land (MEL) laut. In den letzten Monaten erhärteten sich diese Vorwürfe des Anlegerbetrugs. Vor kurzem wurde ein Gutachten von Thomas Havranek veröffentlicht, welchem zufolge Julius Meinl V. persönlich die Fäden innerhalb der MEL gezogen hätte und demnach (persönlich und als Eigentümer der Meinl Bank) zentral in die Geschäfte des Unternehmens verwickelt gewesen sei. Es sei, so Havranek, »davon auszugehen, dass die gesamte Meinl Gruppe inklusive MEL von einer Person geleitet und bestimmt wurde: Julius Meinl V.« Das Gutachten bildete die Grundlage für die Verhaftung von Julius Meinl V., dem die Staatsanwaltschaft nun Anlegerbetrug, »Provisionsschinderei« und Untreue vorwirft. Da er britischer Staatsbürger ist, mehrere Auslandsdomizile besitzt und sein Privatjet voll getankt am Flughafen Schwechat für ihn bereitstand, wurde der Bankier wegen Fluchtgefahr eingesperrt. Insgesamt soll Julius Meinl V. laut Gutachter Havranek der MEL einen Schaden von 6,4 Milliarden Euro zugefügt haben, welcher letztendlich auf die Anleger abgewälzt wird. Vor allem die tausenden Kleinanleger, die ihre Ersparnisse in MEL-Fonds investierten, hoffen nun auf eine Verurteilung von »Abzocker« Julius, um zumindest einen Teil ihres Geldes wiederzubekommen. Sie wollen erreichen, dass zumindest ein Teil der 100.000.000 EURO Kaution zur Finanzierung der Prozesskosten und zur Deckung von Schadenersatzansprüchen der Anleger einbehalten wird, was jedoch nur möglich wäre, wenn es sich dabei um der Meinl Bank oder Julius Meinl persönlich zurechenbares Vermögen handeln würde. Dass Meinl – genauso wie andere Superreiche – einen Teil seines Geldes in (dubiosen) Liechtensteiner Stiftungen gelagert hat, ist ein offenes Geheimnis.Neben Meinl wird unter anderem auch gegen den ehemaligen Direktor der Meinl Power Management Ltd., Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (⇒), strafrechtlich ermittelt. Nun bleibt also zu hoffen, dass die beiden ihre »Betrügereien« zukünftig auf Kartenspiele im Grauen Haus beschränken müssen. Da würden die anderen Knastbrüder wahrscheinlich noch was dazu lernen. Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführender Artikel:
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