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Staatsgewalt | Wirtschaft | Krieg | Imperialismus | Theorie | Wirtschaftskrise
Februar - 2008 Die Triebkraft und die zentralste Eigenschaft von Kapitalismus ist Konkurrenz. Konkurrenz macht es zu einem so einmalig gewalttätigen System. Konkurrenz zwischen den Kapitalisten ist auch der Grund, weshalb Krisen nicht durch Kooperation überwunden werden können und der Grund, weshalb Milliarden Menschen bei Überproduktionskrisen in Not leben müssen. Too big to failWir haben in den letzten drei Folgen dieser Serie dargestellt wie es im Kapitalismus zu Krisen kommt. Marx hat sehr gut herausgearbeitet, wie letztlich nur massive Zerstörung von Produktionsstätten – die Verarmung der arbeitslos gewordenen Menschen inbegriffen – Kapitalismus wieder aus der Krise führen kann. Zu Marx Lebzeiten gab es erst kleine kapitalistische »Inseln« inmitten einer rückständigen feudalen Welt. Nur zwei Jahrzehnte nach seinem Tod 1883 war die Welt von riesigen Weltkonzernen und dem Konkurrenzkampf zwischen diesen Giganten beherrscht. Kein Staat, in dem diese Konzerne beheimatet sind, kann es sich leisten, diese in den Bankrott abgleiten zu lassen. Die Konzerne und großen Finanzinstitute gelten als »too big to fail« – zu groß um sie untergehen zu lassen. Die einzelnen Staaten müssen deshalb versuchen, die Kosten der Krise anderen Staaten aufzubürden. Anders gesagt: mit dem Wachstum der Konzerne verschmelzen die Interessen der Konzerne und »ihres« Staats. Die Konkurrenz zwischen den Konzernen weitet sich auf Konkurrenz zwischen den Staaten aus. Nikolai Bucharin hat es in seinem 1917 erschienenen Werk ‚Imperialismus und Weltwirtschaft’ sehr treffend zusammengefasst: »Am schroffesten äußert sich diese anarchische Struktur des Weltkapitalismus in zwei Tatsachen: in den industriellen Weltkrisen einerseits und in den Kriegen andererseits.« Rolle des MilitärsVerschiedene Länder setzen dabei auf die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel. Die USA verfügen über die bei weitem mächtigste Armee der Welt. Ihre Rüstungsausgaben sind höher als die der nächsten zehn Konkurrenten zusammengenommen. Deutschland verfügt über minimale militärische Schlagkraft, aber über eine enorm produktive und konkurrenzfähige Wirtschaft. England hat eine mittelmäßige Wirtschaftskraft und eine mittelmäßig starke Armee, stark genug um Krieg zu führen, aber nicht stark genug, um das selbstständig tun zu können. Dieser Unterschied macht auch die unterschiedlichen Herangehensweisen an den Irakkrieg verständlich. Frankreich und Deutschland waren ursprünglich gegen den Angriff auf den Irak im Jahr 2003 – sie setzten auf ihre relative wirtschaftliche Stärke, die sich in zahlreichen Wirtschaftsverträgen und hohen Investitionen im Irak äußerten. Wäre der Irak nicht überfallen worden, hätten sie bei der Ausbeutung der riesigen Ölfelder die Nase vorne gehabt. Um überhaupt noch am Kuchen mitnaschen zu dürfen, mussten Frankreich und Deutschland sofort ab Kriegsbeginn umschwenken und den Einmarsch der USA und Großbritanniens unterstützen – was in beiden Ländern zu erheblichen innenpolitischen Unruhen geführt hat. ImperialismusDie Kaukasuskrise im vergangenen August – zwischen dem pro-westlichem Regime von Präsidenten Micheil Saakaschwili und Russland lässt befürchten, dass auch direkte Auseinandersetzungen zwischen den kapitalistischen Großmächten bald wieder möglich sind, und nicht »nur« Stellvertreterkriege, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg die so genannte »Dritte Welt« beherrschen. Lenin traf es in seinem Werk »Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus« von 1916 auf den Punkt: »Der Kapitalismus ist zu einem Weltsystem kolonialer Unterdrückung und finanzieller Erdrosselung der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung der Erde durch eine Handvoll ,fortgeschrittener, Länder geworden.« Zu allen Artikeln dieser Ausgabe Weiterführende Artikel:
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